DR. HENRIK AHLERS

Managing Partner Tax / Germany Switzerland Austria

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Transparenz ist in. Unternehmen werden zu gläsernen Steuersubjekten. Ihre Reporting-Pflichten steigen, für jedes Land müssen sie Geschäftsberichte verfassen, künftig steuerliche Gestaltungen melden, sich von den Finanzbehörden elektronisch durchleuchten lassen, während Betriebsprüfer ihre Erkenntnisse grenzenlos austauschen. Ehrliche Unternehmen haben von so viel Transparenz nichts zu befürchten, heißt es.

Doch weit gefehlt. Transparenz kann gefährlich sein. Weil kleinste Unstimmigkeiten in einem Konzern weltweite Konsequenzen haben können, beispielsweise bei Verrechnungspreisen. Oder weil ein Fiskus einen größeren Teil vom Steuersubstrat einfordert, wenn ein Land sich gegenüber einem anderen im Nachteil fühlt. Für die Leiter der Steuerfunktion bedeutet dies, ihre Wachsamkeit zu erhöhen, das eigene Unternehmen selbst noch intensiver auf Schwachstellen zu durchleuchten und frühzeitig gegenzusteuern – bevor der Fiskus tatsächliche oder vermeintliche Fehler moniert.


Ein Team um meine Kollegen Alexander Groß, Max Pawelka und Juliane Sassmann hat für unser aktuelles Topthema anschaulich aufgeschrieben, wie Sie die Fährnisse einer trügerischen Transparenz systematisch meistern können. Der optische Vergleich mit einem Eisberg und seiner oberflächlichen Sichtbarkeit scheint mir hier recht passend.


Eher intransparent ist dagegen die politische Lage. In Berlin ringt die große Koalition um verschiedene Gesetzesvorhaben, angefangen von der Grundsteuer über Share Deals bis zur besagten Anzeigepflicht von (legalen) Steuergestaltungen. Beim Kampf gegen den Klimakiller Kohlendioxid ist ebenfalls nicht klar, wie sich die Politik entscheiden wird. Was mir dagegen fehlt, ist ein mutiger Entwurf, um den Steuerstandort Deutschland wieder international wettbewerbsfähig zu machen.


Über all diese Themen informieren wir Sie im Tax & Law Magazine. An dieser Stelle möchte ich Dank sagen an meine Kollegin Martina Ortmann-Babel. Unter ihrer redaktionellen Leitung hat sich das Tax & Law Magazine in den vergangenen zehn Jahren zu einem der wichtigsten Magazine in der Steuerwelt und im Unternehmensrecht entwickelt. Ihr ist es gelungen, Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Fachbereichen von EY immer wieder zu Beiträgen zu motivieren und mit der Redaktion dafür zu sorgen, dass Sie anschaulich über wichtige politische Entwicklungen, Gesetzesvorhaben, Verwaltungsvorschriften und rechtliche Entscheidungen auf dem Laufenden bleiben.


Es grüßt Sie herzlich

DR. HENRIK AHLERS

Managing Partner Tax / Germany Switzerland Austria