Öffentliche Förderung


Möglichkeiten die FuE-Aufwandsquote zu steigern

Die F&E-Aufwandsquote ist eine Kennzahl, die darlegt, wie viel Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung pro Jahr von einem Unternehmen ausgegeben werden. Je höher die Quote, desto höher der Anteil der Umsatzerlöse, der von einem Unternehmen investiert wird, um mögliche zukünftige Umsätze durch innovative Produkte oder Dienstleistungen zu generieren.


Um die F&E-Aufwandsquote zu steigern, bieten die EU und Deutschland eine Vielzahl von öffentlichen Zuschüssen, mit denen innovative Projekte bei der Durchführung unterstützt werden. Im Rahmen von wettbewerblichen Förderaufrufen werden zahlreiche Innovationsvorhaben aus verschiedenen Themenbereichen gefördert. Die meisten der geförderten Projekte sind als Kooperationsvorhaben zwischen Industrie und Wissenschaft ausgestaltet. Die Förderquote kann je nach Unternehmensgröße bis zu 50 Prozent betragen, bei KMU kann sie sogar noch höher ausfallen.


Zum Teil wird die wettbewerbliche Zuschussförderung in Deutschland dafür kritisiert, dass kein Rechtsanspruch besteht, weshalb keine Planbarkeit für Unternehmen gegeben ist. In vielen OECD-Ländern gibt es anstatt oder neben der Zuschussförderung eine steuerliche F&E-Förderung. Nun gibt es auch Deutschland konkrete Pläne, eine steuerliche F&E-Förderung in Form einer Zulage neben der Zuschussförderung einzuführen. Nach dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums sollen Unternehmen ab 2020 bis zu 500.000 Euro steuerfreie Zulagen von maximal 25 Prozent auf die Personalaufwendungen der forschenden Mitarbeiter, die Innovationsprojekte durchführen, erhalten. Unternehmen könnten somit neben der Zuschussförderung noch weitere staatliche Mittel in Anspruch nehmen, für die sogar ein Rechtsanspruch besteht, und somit die F&E-Aufwandsquote weiter steigern.


Neben den finanziellen Aspekten hat die öffentliche Förderung auch strategische Mehrwerte für Unternehmen. Ein wesentlicher Mehrwert öffentlicher Förderung entsteht durch die strukturierte Kooperation zwischen verschiedenen Unternehmen und Forschungsinstitutionen. Ebensolche Kooperationen werden im Rahmen öffentlich geförderter Innovationsprojekte stimuliert und initiiert. Kooperative Forschungsprojekte helfen, neue Netzwerkkontakte zu knüpfen, Mitarbeiter zu gewinnen, Zugang zu (externem) Wissen und Technologien zu erlangen und im Idealfall sogar die Basis für neue Produktgenerationen oder Geschäftsmodelle zu legen.


In einer Befragung von zwölf fördererfahrenen Unternehmen untersuchte die EY-Förderberatung, inwieweit diese strategischen Mehrwerte kollaborativer bzw. öffentlich geförderter F&E- und Innovationsprojekte von Unternehmen derzeit systematisch erfasst und strategisch gesteuert werden. Die Wissensgenerierung im Rahmen von geförderten Projekten wird, wie die Ergebnisse der Studie zeigen, als der wichtigste Mehrwert kollaborativer Projekte für die Unternehmen angesehen. Allerdings fehlt es oft an Prozessen, um das gewonnene Wissen unternehmensweit zu verankern und so eine breite Nutzung und Verwertung zu gewährleisten. Die Studie zeigt auch, dass die strategischen Mehrwehrte derzeit nicht systematisch erfasst werden, obwohl sie für eine zielgerichtete Portfoliosteuerung kollaborativer bzw. öffentlich geförderter F&E- und Innovationsprojekte von großer Bedeutung ist.


Eine solche systematische Erfassung und explizite Darstellung der Mehrwerte ermöglicht eine bessere Verankerung der Themen „Kollaborative Projekte“ und „Öffentliche Förderung“ in den Führungsebenen. Auf diese Weise kann in letzter Konsequenz mit der effizienten Einwerbung und Umsetzung kollaborativer Innovationsprojekte durch das so geschaffene Know-how und durch die neu etablierten Netzwerke ein erheblicher Beitrag im Hinblick auf Kosteneinsparung, Umsatz und Erschließung neuer Geschäftsfelder auf der Basis innovativer Fähigkeiten und Technologien geleistet werden.


Die auf den ersten Blick offensichtliche Spitze des Eisbergs der öffentlichen Förderung, der direkte finanzielle Mehrwert in Form eines Zuschusses, stellt somit lediglich eine Teilmenge der Vorteile öffentlich geförderter Innovationsprojekte für Unternehmen dar.


Zusammenfassend bietet die öffentliche Förderung eine sehr gute Möglichkeit, die F&E-Aufwandsquote zu erhöhen und neben diesem finanziellen Mehrwert auch nachhaltigen strategischen Nutzen zu ziehen.

Aktuelle Förderschwerpunkte im Gesundheitswesen

  • digitale Gesundheitsinnovationen/Medizininformatik
  • intelligente Technologien
  • robotische Systeme
  • personalisierte Medizin
  • Präventionsforschung
  • Bio- und Gentechnologie
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  • Innovationen in Diagnostik und Therapie

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